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DAS
DORF LE GRAZIE
Auf der napoleonischen Straße
zwischen Fezzano und Portovenere gelegen, hat Le Grazie vor allem dadurch
gelebt, daß eine Werftaktivität für den Bau, die Wartung
und die Abwrackung von mittleren und kleinen Schiffen aus Holz entwickelt
hat. Sein Wachsen war langsam und unbeständig bis es sogar vier
Schiffswerften im Zentrum seines schönen Dorfes in Form eines römischen
Bogens aufnahm.
Die Bucht des historischen Hafens und die ehemalige Werft Valdettaro
formten fast einen Kreisbogen, von der Chiesa di N.S. delle Grazie ausgehend
bis hin zum Fußballplatz, der sich wenige Zentimeter über
dem vorliegenden Wasserspiegel erhebt. Einige
Hunderte von Metern breit an der Öffnung zwischen Varignano und
Pezzino, nur den Winden von Nord-Ost ausgesetzt, die selten aber gefährlich
sind und zum großen Teil von Olivenbäumen umsäumt, die
bis ans Meer reichen, hat sich diese Bucht immer als ein sehr vorteilhafter
Schutz für die Boote und ihre Konstruktion erwiesen. Vielleicht
entstand deshalb die Idee - die zum Glück nicht verwirklicht wurde
- hier das Arsenal zu bauen, das dann beschlossen wurde, am Ende des
Golfes zu konstruieren, in dem Teil, der dann La Spezia geworden ist.
Mit der Zeit, nach dem Entstehen der Kirche, nach dem Bau des antiken
Hafens, nach dem Entstehen der Werften auf dem kleinen Strand, begannen
am Ende Häuser und größere Gebäude (Symbole eines
Reichtums durch die Seefahrt oder im Ausland erworben) zu entstehen.
Der Abhang lässt wenig Platz für den Gebäudebau, bietet
aber eine dem Osten und dem Süden ausgesetzte begünstigste
Lage, die von den Bergen und den Hügeln geschützt wird. Die
Häuserreihen, die auf die Bucht gehen, haben Pezzino, il Varignano
und das Meer vor sich, jenseits von dem Lerici, Tellaro und Monte Marcello
zu sehen sind.
Le Grazie, das jahrzehntelang Handelsschiffe oder kleine Küstenschiffe,
Matrosen und Taucher, Kalfaktoren, Meister der Axt und Segelmacher auf
die Reise in die Welt geschickt hat, hat kürzlich sogar aufgehört,
Sitz für die Reparation von historischen Booten aus Holz zu sein.
Heute existiert im Dorf eine einzige Werft, die den Namen der berühmten
Werft Valdettaro angenommen hat, und die sich mit der Unterstellung
von Yachten und Motorbooten befasst. ( Schiffszentrum für Privatwasserfahrzeuge.)
Die Tatsache, dass das Dorf bis von wenigen Jahren handwerkliche und
industrielle Tätigkeiten bei sich aufgenommen hat, hat dazu beigetragen,
dass der größere Teil der Strandlinie verschwunden ist: die
Zuschüttung mit Stahlbeton hat die Küstenlinie um viele Meter
verschoben und auch den Strand verschüttet und so das Verhältnis
zwischen dem Meer und dem Dorf verändert. Der älteste Teil
des Dorfes ist derjenige, der an der Chiesa di N.S. delle Grazie, der
äußersten Grenze östlich des alten Hafens beginnt, dann
dem ganzen "Arco di Ria" folgt bis dorthin, wo das Dorf in
den vierziger Jahren endet.
Nach diesem Datum begann man mit Aufschüttungen, besonders mit
Bautrümmern, in der Werft und in den großen Teichen bis zur
Schaffung einer künstlichen Zone, die viele Male größer
war als die natürliche. Rund um den alten Hafen sind die Häuser
zu sehen, deren Fassaden in der Vergangenheit mit der Beteiligung von
fähigen toskanischen Malern wiederholt dekoriert und mit Fresken
bemalt wurden. Das Dorf endete fast dem Palazzo Pegazzano angeschlossen,
der früher vom Wasser der Bucht umspült wurde und heute hundertfünfzig
Meter von dem zementierten Kai entfernt liegt. In dem Moment, in dem
die Arbeit zunahm und ausgedehntere Bodenflächen zusammen mit neuen
Straßen für das Dorf notwendig wurden, begann die ursprüngliche
Küstenlinie zu verschwinden. Nach der kleinen Mole mit dem Kurbelkran,
der nach der Kanone aufgestellt ist, beginnt der einzige Strandstreifen,
auf den die kürzliche Umgestaltung des Kais der ehemaligen Werft
Benconi, Argo folgt, und auf diesen folgt ein kleiner Trockendock.
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